Der Bundesverband Theaterpädagogik e.V.

Durchhalten. Mutig bleiben. Nach vorne schauen.

Wie sieht unsere Zukunft aus? Seit März diesen Jahres befindet sich unsere Gesellschaft im Ausnahmezustand, und ein Ende ist (noch) nicht in Sicht. Wie lange währt die Krise noch, ein paar Monate, ein halbes oder ein ganzes Jahr? Abstand halten, vorsichtig bleiben, nichts riskieren – das ist das neue Credo, an das wir uns schon fast gewöhnt haben. Und irgendwie durchkommen, beruflich wie privat.

Zum Glück ist Ungewissheit für die Meisten von uns Alltag, wir sind darauf trainiert und lassen uns nicht entmutigen. Gerade die Freiberufler, aber auch die freien Theater und Institute können ein Lied davon singen: Wird der nächste Kurs zustande kommen? Welche der Teilnehmer*innen werden uns herausfordern? Haben wir genug Zeit zur Verfügung? Räume, Geld, die Mitarbeiter*innen die wir benötigen? Wird die Premiere gelingen?

Ungewissheit und die Notwendigkeit, uns und unsere Arbeit immer wieder neu zu erfinden macht vielleicht sogar den Kern unserer Arbeit aus. Es hält uns kreativ und lebendig.

So waren Theaterpädagog*innen auch mit die ersten, die schon im April über digitale Unterrichtsformate nachdachten, sich bei Facebook oder Videokonferenzen über Möglichkeiten und Grenzen des Digitalen austauschten, und bald darauf Spiel- und Inszenierungsformen mit den neuen Abstandsregeln erfanden.

Trotzdem freuen wir uns auch auf die Zeit „danach“, wenn wir uns wieder unbeschwert begegnen können, nicht nur seelisch sondern auch körperlich. Unseren Teilnehmer*innen ermöglichen, Zustände der „Selbstvergessenheit“ zu erlangen, Kontrolle loszulassen, Ängste zu verlieren, sich füreinander zu öffnen und zu vertrauen – und über sich selber hinaus zu wachsen, als Mensch, Gruppe oder Künstler*in. Das sind und bleiben wesentliche Merkmale der Theaterpädagogik. Vergessen wir das nicht.

Euer
Lutz Pickardt, 1. Vorsitzender Bundesverband Theaterpädagogik e.V.


 

Der Bundesverband Theaterpädagogik e.V.