Fortbildungsprogramm Multiplik 2020

Das bundesweite Fortbildungsprogramm Multiplik bietet mit hochqualifizierten Referent*innen stets einen gesellschaftlichen, künstlerisch aktuellen Diskurs theaterpädagogischer Themenfelder. Im Jubiläumsjahr rufen wir zu mehr gesellschaftlichem Zusammenhalt auf und blicken insbesondere auf Möglichkeiten zur Demokratisierung unserer theaterpädagogischen Arbeit.

Das gesamte Progamm können Sie hier als PDF beziehen. 


Bild: © David Baltzer, Produktion: Paradies (Junges Schauspiel Düsseldorf)


7. — 8. März 2020, GRAFING BEI MÜNCHEN

STIMMEN IM SCHWARM — CHORISCHES THEATER UND ROY HART STIMMARBEIT

Im chorischen Spiel entfalten sich ästhetische, politische und soziale Wirkungen im theatralen Feld. Der Chor ist gelebte theatrale Teilhabe. Mit Atem und Stimme, Körper und Bewegung entstehen im Chor ganz neue Formen der Achtsamkeit, der Kraft und des eigenen Ausdrucks. Die Stimmarbeit nach Roy Hart ist dafür eine ideale Ergänzung. Mit Neugierde und Lust am Gestalten, über Bewegung und Improvisation mit der eigenen Stimme entdecken wir ganz neue Stimmen, Geräusche und Melodien: Es geht um einen Befreiungsvorgang, der uns hilft, auch widersprüchlichen Seiten von uns Raum zu geben und damit zu experimentieren. So erweitern wir die Möglichkeiten unseres künstlerischen Ausdrucks in der Gruppe: synchrones und asynchrones Spiel, flüstern, sprechen und schreien, Echos entwickeln, einen Rhythmus finden und diesen variieren. Wir bewegen und gestalten uns im Flow des Chores.

Leitung: Lutz Pickardt, Regisseur, Theaterpädagoge und Roy Hart Voice Teacher (CAIRH). Seit mehr als 25 Jahren Inszenierungen, Workshops, Trainings und Lehraufträge im nationalen, interkulturellen und internationalen Kontext. Veröffentlichung: »Bewertungsfreie Räume erschaffen — Spielwiesen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene« in »Auf die Bühne, Fertig, Los« von Uwe Hausy (Hg.), Frankfurt 2019.

Harald Volker Sommer, Theaterpädagoge, Schauspieler, Regisseur. Dozent u. a.  am Institut für Theaterpädagogik Lingen, Hochschule Augsburg, Theaterwerkstatt  Heidelberg und an der Theaterakademie August Everding in München. Veröffentlichungen zum Thema u. a.: »Vom Gebrauch des Chors in der Theaterpädagogik«, Saarbrücken 2011.

Ort: Lichtsaal Grafing, Thomas-Mayr-Str. 4, 85567 Grafing, Zeit: Samstag 17.00 -20.30 Uhr, Sonntag 10-18 Uhr, Sonntag 10-16 Uhr, Kosten: But- Mitglieder 155,- €, Nicht- Mitglieder: 180,- €

EIN WORKSHOP AUF DEM LAND UND DENNOCH IN DER NÄHE EINER METROPOLE

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9. — 10. Mai 2020, Köln

DER STEINIGE WEG ZUM STÜCK — EIN WORKSHOP ZUR STÜCKENTWICKLUNG

Schritt für Schritt räumen wir die vier schwersten Brocken auf dem Weg zur gelungenen Stückentwicklung beiseite: Themenfindung, Szenengestaltung, Dramaturgie, Inszenierung. Wir schauen in Abgründe, biegen falsch ab, verrennen und verzetteln uns — und merken am Ende: Es war alles immer schon da. Ein Workshop mit Humor; ein Workshop, der aus Fehlern lernt. Das Spiel beginnt! Über die Schwierigkeiten einer gelungenen Szenengestaltung. In diesem Workshop lernen die Teilnehmer, wie trockene Texte vom Schreibtisch lebendig auf die Bühne gebracht werden. Ferner werden Aspekte des Bühnenaufbaus, chorisches Sprechen, Dialogführung und Subtext­Gestaltung thematisiert.

Leitung: Rene Linke, freier Theaterautor und Regisseur, Theaterpädagoge, Dozent für journalistisches Schreiben.

Ort: TPZ Köln, Genter Str. 23, 50672 Köln, Zeit: Samstag 10 - 19 Uhr, Sonntag 10 - 15 Uhr, Kosten: BuT- Mitglieder 140,- €, Nicht- Mitglieder: 165,- €

EIN WORKSHOP MIT HUMOR, EIN WORKSHOP, DER AUS FEHLERN LERNT

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5. — 6. Juni 2020, Essen

MACHT — PARTIZIPATION — THEATERPÄDAGOGIK!?

Wikipedia (leicht abgewandelt): In der Pädagogik versteht man unter dem Begriff der Partizipation die Einbeziehung von Kindern, Jugendlichen (oder auch erwachsenen Teilnehmer*innen eines pädagogischen Angebots) bei allen Gestaltungs­ und Entscheidungsprozessen. Hypothese: Theaterpädagogische Projekte werden häufig als  besonders partizipativ und demokratisch bewertet und beworben. Fragestellungen: Wie partizipativ und demokratisch sind theaterpädagogische Prozesse wirklich? Wie demokratisch und  partizipativ können sie sein? Und was sind mögliche Gelingensbedingungen für ein größtmögliches Maß an Beteiligung und Mitbestimmung? Im Workshop »Macht — Partizipation — Theaterpädagogik!?« gehen die Teilnehmer*innen in einen gemeinsamen, künstlerischen Forschungsprozess zu diesen und weiteren Fragestellungen. Mit Methoden aus Theaterpädagogik und Systemischer Beratung werden Hypothesen gebildet, geprüft, verworfen, gefunden und künstlerisch­theatral verdichtet und verarbeitet.

Leitung: Ruth Hengel, Theaterpädagogin, Physical Theatre Artist und Systemische Beraterin in Ausbildung, gründete 2019 die Theatermanufaktur Ruhr als Spielraum für angewandte Möglichkeiten, arbeitet in unterschiedlichen Kontexten u. a. für und mit Bildungs­ und Weiterbildungseinrichtungen, Schulen, Theatern, dem Maschinenhaus Essen und dem Ensemble TOBOSO.

Fabian Sattler, Schauspieler und Regisseur, ist Gründer und Künstlerischer Leiter des freien Theaterensembles TOBOSO, das seit 2013 unkonventionelle Theatererlebnisse für junges Publikum entwickelt. TOBOSO erhält derzeit die NRW Spitzenförderung für Kinder­ und Jugendtheater.

Ort: Maschinenhaus Essen, Wilhelm-Nieswandt-Allee 100 · 45326 Essen, Zeit: Freitag 10.30 Uhr- 18.30 Uhr, Samstag 10-16 Uhr, Kosten: BuT- Mitglieder 150,- €, Nicht- Mitglieder: 175,- €

MULTIPLIK MÖCHTE MIT DIESEN WORKSHOP INSBESONDERE AUF MÖGLICHKEITEN ZUR DEMOKRATISIERUNG UNSERER THEATERPÄDAGOGISCHEN ARBEIT BLICKEN

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21. — 22. Juni 2020, Köln

 SPIELLUST UND QUALITÄT — EIN WIDERSPRUCH? SYMPOSIUM IM RAHMEN DER THEATERBEGEGUNG »SPIEL:LUST«

Was sollte im Mittelpunkt theaterpädagogischer Arbeit stehen? Der Spaß, die Lust am Tun, am Entdecken von sich selbst, von neuen Ausdrucksmitteln? Oder doch eher die Befähigung zum künstlerischen Ausdruck verbunden mit hochkarätigen Produktionen? Warum werden diese beiden Richtungen häufig als Gegensätze behandelt? Büßen mit Kindern erarbeitete Vorstellungen auf hohem künstlerisch­ästhetischen Niveau zwangsläufig die Spiellust der Mitwirkenden ein? Ist Partizipation bei

Arbeits weisen, in deren Mittelpunkt die Lust am Prozess und nicht die Qualität des Produktes steht, besser zu ermöglichen? Wie ist Qualitätsanspruch mit dem theaterpädagogischen Alltag zu vereinbaren? Was sind mögliche Qualitätskriterien für Produktionen mit Kindern und Jugendlichen? Welche Faktoren beeinflussen sie? Braucht es Qualitätskriterien für die Kunst? Wie gehen andere Länder damit um? Auf diese Fragen sucht das Symposium Antworten mit thematischen und künstlerischen Impulsen, Diskussionen, Vorstellungsbeispielen und Workshops. Das Symposium findet im Rahmen von »SPIEL:lust«, der ersten internationalen Begegnung zu Theater mit Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren am TPZAK in Köln statt. Im Mittelpunkt des Symposiums stehen Theaterstücke aus Nordrhein­Westfalen, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden, welche sich sowohl durch erkennbar hohe Spiellust der Mitwirkenden wie auch durch hohe ästhetischkünstlerische Qualität auszeichnen.

Veranstalter: TPZAK (Theater­ und Zirkuspädagogisches Zentrum Köln) in Kooperation mit dem Bundesverband Theaterpädagogik Weitere Informationen: www.theater­begegnung­spiellust.net


8. — 9. August 2020, Essen

PERFORMANCE — BIOGRAFIE — LABOR

Performative und biografische Verfahren eignen sich in besonderer Weise, mit Amateur*innen partizipativ zu arbeiten. Sie setzen an Lebenswirklichkeiten der Spielenden an, binden diese in größere Zusammenhänge ein und ästhetisieren das eigene Material, das diese mitbringen. Hier experimentieren wir mit unterschiedlichsten Formaten und performativen und biografischen Verfahren. Dabei orientieren wir uns an den vier R’s des Performancekollektivs Gob Squad: rules, rhythm, reality und risk. Sie ermöglichen Sicherheit für die Spielenden sowie Grenzerweiterungen und ­überschreitungen jenseits von Beliebigkeit und Betroffenheit. Wir wollen euch an diesem Wochenende mit den Themen »Zusammenhalt der Gesellschaft« und »Verführung der Macht« zu lustvollem Scheitern, zu spielerischer Erweiterung von Möglichkeiten und zu riskanter Hingabe an den Augenblick mitnehmen! Lasst uns verliebt sein in den Augenblick — denn es gibt nur diesen!

Leitung: Sandra Anklam, u. a. Fachbereichsleiterin für Theater und Systemische Theaterpädagogik an der Akademie der Kulturellen Bildung Remscheid

Cord Striemer, Leitung des TPZ­Ruhr; Regisseur mit Interesse an Biografie und Haltung. Er arbeitet auch als Theaterfotograf mit der Aussage »Theater macht schön«.

Ort: TPZ Ruhr, Westfalenstr. 311, 45276 Essen, Zeit: Samstag 10-18 Uhr, Sonntag 10-16 Uhr, Kosten: BuT- Mitglieder 155,- €, Nicht- Mitglieder: 180,- €

„ERWARTUNGEN ÜBERTROFFEN“ – „UMFANGREICH“- „SEHR KOMPENTENES TEAM“

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24. Oktober 2020, München

THEATERPÄDAGOGISCHES »DSCHUNGELCAMP« — INFOS UND HILFESTELLUNGEN ZUM (ÜBER)LEBEN IM THEATERPÄDAGOGISCHEN DICKICHT

Wie sieht es angesichts steigender Zahlen von ausgebildeten Theaterpädagog*innen mit der Berufssituation und den Marktchancen aus? Kann man als Freiberufler*in leben bzw. überleben? Welche Marketingstrategien können dabei helfen? Wie sind die Verdienstmöglichkeiten? Die eintägige Veranstaltung bietet eine geballte Menge an Informationen und konkreten Hilfestellungen. Weitere Themen sind u. a.: Arbeitsfelder — regionale, überregionale, internationale Vernetzung — Freiberuflichkeit und KSK — Ausschuss TIBA! etc.

Leitung: Raimund Finke, Elisabeth Ostendorp, Ulrike Schilling

Ort: München, Zeit:  Samstag von 11 — 18 Uhr, Kosten: 40,— € inkl. Getränke

ÜBERLEBENSWICHTIG FÜR BERUFANFÄNGER*INNEN!

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17. — 18. Oktober 2020, N.N.

KOLLEKTIVES KREIEREN UND DAS CHORISCHE THEATER ALS GESELLSCHAFTLICHES STATEMENT

Spannungsfelder — soziale, politische, kulturelle usw. Es ist  Herausforderung und Chance für Theaterschaffende, Theaterpädagog*innen, kritisch denkende Menschen aus diesen Spannungsfeldern heraus künstlerisch, zeit­ und gesellschaftskritisch zu handeln. Dafür ist das Chorische Arbeiten für alle Zielgruppen und Arbeitsfelder eine spielerische und wirkungsvolle Technik und Methodik. Sie enthält Trainings für Körper — Bewegung — Atem — Stimme —  Sprache, in denen mit dem gesamten Spektrum ihres Ausdrucks gearbeitet und experimentiert wird. Davon ausgehend leite ich in die inhaltliche Arbeit und Reflexion mit der chorischen Arbeitsweise zu vier Bausteinen über: Kollektives Kreieren, Sammeln, Experimentieren — Auswerten, Verwerfen, Fokussieren — Verorten, Bündeln, Verdichten — Materialgestaltung, Formgebung, Wirkungszusammenhänge. Mit diesen Bausteinen spielen wir ausgehend von Biografie — Text — Raum — Objekt und gestalten unterschiedliche Prozesse hin zu einem Produkt, egal ob Theaterstück, Teamentwicklung, Happening oder Performance.

Leitung: Claudia Bühlmann, Wien, leitet das Institut Angewandtes Theater. Als Regisseurin und Lehrende der chorischen Arbeit und Regie, von Improvisation/Schauspiel, Bewegung/Choreografie, lotet sie forschend und fragend das Kollektive wie auch das Individuelle aus.

Ort: wird noch bekannt gegeben. Zeit: Samstag 10-18 Uhr, Sonntag 10-16 Uhr, Kosten: BuT- Mitglieder 155,- €, Nicht- Mitglieder: 180,- €

„SEHR GUTE, WOHLTUENDE, AUFRICHTIGE ARBEITSATMOSPHÄRE“ – „MEHR DAVON!“

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